Nahverkehr in Main-Spessart: Kreisrat Jürgen Neuwirth legt Konzept vor

Infrastruktur und Mobilität sind entscheidende Zukunftsfaktoren. Gerade in ländlichen Gebieten ist der öffentliche Nahverkehr ein lebenswichtiger Teil der fragmentierten Infrastruktur. Wenn das System nicht mehr funktioniert, können gerade ältere Menschen und Kinder am öffentlichen leben nicht mehr teilhaben, weil der Weg zu Schulen, Supermärkten oder der Post ihnen versperrt bleibt. Die Folge: Senioren müssen ihre Heimat verlassen, Familien mit Kindern ziehen in die Städte. Der Landkreis blutet aus.

Damit der Landkreis auch für die Generation unserer Kinder eine lebenswerte Heimat bleiben kann, legt Kreisrat Jürgen Neuwirth deshalb heute 5-Punkte-Plan zur Einrichtung eines funktionierenden Nahverkehrs und zur Vermeidung von Planungsfehlern bei zukünftigen Projekten vor.

Neuwirth fordert deshalb: „Alles muss auf den Tisch! Erst wenn klar ist, welche Einnahmen durch die Zuschüsse des Kreises und durch die Ticketverkäufe generiert werden, können wir eine starke Position gegenüber den Verhandlungspartnern einnehmen. Dies wird erst durch eine die vollständige Analyse durch einen neutralen Gutachter ermöglicht. Ohne eine nüchterne Betrachtung der Lage kann keine sachliche Debatte stattfinden. Der Austritt aus dem Verbund sollte in jedem Fall besser geplant werden, als der Eintritt.“

Damit die Menschen in Main-Spessart wie ursprünglich geplant entlastet werden können, fordert Neuwirth in seinem Konzept als Bedingung für den Verbleib des Landkreises im VVM dessen grundlegende Reform. „Nur durch transparente Ausschreibungsverfahren können die Fahrpreise gesenkt und Leistungen verbessert werden. Kartelle wie der Verkehrsunternehmensverbund und dessen Begünstigte scheuen einen fairen Wettbewerb, wie der Teufel das Weihwasser.“

Abschließend sieht das Konzept des Kreisrats die Aufklärung der vielen Fehler und Unklarheiten, die während des Beitritts zum Verbund entstanden sind, vor. „Es muss lückenlos aufgeklärt werden wie es dazu kommen konnte, dass hohe Summen öffentlicher Gelder einfach versickern konnten und weshalb im Vorfeld sämtliche Warnsignale und die Expertise von fachkundigen Organisationen wie dem Verkehrsclub Deutschland blind ignoriert wurden.“

5-Punkte-Plan von Kreisrat Jürgen Neuwirth:

june_neu71) Analyse: Es soll festgestellt werden, wie viel Geld für den Beitritt des Landkreises zusätzlich aufgewendet wurde, und wie viel davon an die Fahrgäste zurück fließt. Dies soll durch einen neutralen Gutachter festgestellt werden.

2) Bewertung: Aus den Ergebnissen soll ermittelt werden, wo genau die Probleme liegen, welche Bevölkerungsgruppen übermäßig belastet werden, in welchen Bereichen die Tarifstruktur unflexibler wurde.

3) Verhandlung: Mit den gewonnenen Erkenntnissen soll aus einer gestärkten Position nochmals nachverhandelt werden um eine erhebliche Verbesserung herbeizuführen, alternativ muss auch der Beitritt zur VGN geprüft werden.

4) Transparenz: Im Falle eines Verbleibs im VVM ist eine Reform der intransparenten Vergabeverfahren hin zu transparenten Ausschreibungen unerlässlich.

5) Aufarbeitung: Im Kreistag soll aufgearbeitet werden, wie es bei den Verhandlungen zu einem solch schlechten Ergebnis für die Region kommen konnte und wohin genau die Gelder der Steuerzahler und der Fahrgäste geflossen sind.


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