Protestmarsch gegen Monsanto – Piraten sind dabei

Am Samstag, 25.5.1013, dem weltweiten Aktionstag gegen Monsanto, fand auch in München ein Protestmarsch gegen den Saatgutkonzern statt. Die bayrischen Piraten waren mit auf der Strasse.“ Auch beim 120. Montagsspaziergang am 27.05.2013 unter dem Motto „March Against Monstanto“ wird es einen Redebeitrag der Würzburger Piratin Michaela Keupp geben.

Weltweit agierenden Saatguthersteller wie Monsanto profitieren stark von der neuen Verordnung der EU, welche derzeit ausgearbeitet wird. Schon heute schrumpft der Marktanteil kleinerer Hersteller beständig, während die sechs größten Hersteller von Saatgut ihren Marktanteil innerhalb von 17 Jahren verdoppeln konnten. Diese Konzerne und Interessenverbände haben bereits im Vorfeld ihre Vertreter strategisch klug platziert. Dabei geht es nicht allein um das Saatgut. Konzerne wie Bayer bieten speziell auf die Pflanzen abgestimmte Dünger und Pestizide an. Zudem handelt es sich bei vielen Sorten um sogenannte Hybride. Das sind Pflanzen, die nur im ersten Jahr ertragreich sind. Das treibt Landwirte in eine Abhängigkeitsfalle gegenüber den Saatgut- und Pflanzenschutzmittelkonzernen.

Gegen solche Praktiken sprechen sich die Piraten entschieden aus. Monopolistisches Geschäftsverhalten und Einflussnahme auf Politiker durch Hersteller wie Monsanto und vergleichbare Hersteller gilt es zu unterbinden. „Jeder, der sich mit dieser Saatgutverordnung näher beschäftigt, erkennt, wie stark die großen Unternehmen daran mitgewirkt haben. Die EU-Komission soll sich den Einwohnern Europas und nicht den wirtschaftlichen Interessen von Lobbyverbänden verpflichtet fühlen!“ so Michaela Keupp, Landtagskandidatin der Piraten für den Stimmkreis Würzburg Land.

Nur die Sortenvielfalt als auch die Unabhängigkeit von bestimmten Konzernen, kann eine nachhaltige Agrarwirtschaft garantieren. Gerade alte oder lokale Sorten sind wichtig für die Vielfalt auf unseren Tellern und den Erhalt der bäuerlichen Kultur. Jede einzelne dieser Sorten enthält gewisse Genbestandteile, die für spätere Züchtungen von Bedeutung sein können. So sind zur Zeit in Deutschland etwa 2000 verschiedene Apfelsorten bekannt. Für industrielle Kreuzungen finden jedoch nur weniger als zehn Verwendung! Die alten und lokalen Sorten sollen durch die EU-Verordnung jedoch nur noch geduldet und als „Nischenprodukt“ klassifiziert werden. Daher lehnen die bayerischen Piraten Patente auf Saatgut ab. Zudem stellen sie sich strikt gegen genmanipuliertes Saatgut, welches nur mit speziellen, patentierten Pflanzenschutzmitteln überlebensfähig ist.


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