Friedlicher Protest gegen Neonazis

piraten_1Im Vorfeld des Neonaziaufmarschs am 1. Mai in Würzburg formiert sich ergänzend zu dem Bündnis „Würzburg ist bunt“ aktiver Widerstand gegen die geplante Kundgebung des „Freien Netz Süd“, einem Verband bayerischer Nazikameradschaften. Aus gut informierten Kreisen ist zu vernehmen, dass friedliche Blockaden geplant sind und regional wie überregional alle couragierten Menschen zur Teilnahme aufgerufen werden sollen.

Schon am kommenden Samstag, den 20. April haben die Nazis in Würzburg eine Kundgebung angemeldet, um weiter für den 1. Mai zu mobilisieren. Auch zu diesem Vorhaben werden bereits friedliche Gegenaktionen vorbereitet. Gerade in Anbetracht des gewählten Datums, dem Tag der Geburt Hitlers und der damit verbundenen Glorifizierung des Naziregimes, ist ein entschiedener Widerstand wichtiger denn je. Wir rufen alle verantwortungsbewussten Menschen Würzburgs und von auswärts dazu auf, zusammen mit uns den Faschisten entgegenzutreten.

Nur gemeinsam lässt sich Vielfalt, Offenheit und gegenseitiger Respekt gegen menschenverachtendes, rechtes Gedankengut verteidigen. Die Erfahrung vom 30. März zeigt, dass Würzburg nur durch geschlossenen Widerstand und Protest in Zukunft vollständig Nazifrei bleiben kann. Durch die vereinten Kräfte aller beteiligten Gruppen konnte der Demonstrationszug der Nazis am Karsamstag nicht seine gewünschte Route nehmen, sondern sah sich massiv in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und wurde lautstark übertönt.

Sowohl am 20. April als auch am 1. Mai gilt daher wieder: Würzburg stellt sich gemeinsam quer, um den Nazis keinen Fußbreit zu überlassen, auf dem sie ihre menschenverachtende und rassistische Ideologie verbreiten können. In einer Stadt, in der verschiedenste Menschen friedlich miteinander leben wollen, haben Rassismus und gruppenbezogene Menschenverachtung keinen Platz.

Das „Freie Netz Süd“ ist ein Zusammenschluss von bayerischen Neonazikameradschaften, der 2008 gegründet wurde. Anfangs bestand diese Organisation aus Neonazikadern, die mit der NPD gebrochen haben. Zu diesen zählten unter anderem die ehemaligen führenden Köpfe der verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“.

In der gemeinsamen Absicht, einen Erfolg dieser gefährlichen Rechten zu verhindern, wurde folgender Aufruf formuliert und offiziell von der Piratenpartei Unterfranken, Bündnis 90/Die Grünen Würzburg, der SPD, den JuSos, der Grünen Jugend Würzburg, der GHG Würzburg, Die Linke, Die Linke.SDS Würzburg und den Hochschulpiraten Würzburg unterstützt:

Am 1. Mai 2013 wollen wieder Nazis in Würzburg marschieren. Wir lassen das nicht zu!

Das Bündnis „Würzburg ist bunt, nicht braun“ mobilisiert deshalb zu einem „Fest der Demokratie“ auf dem unteren Marktplatz. Weitere Aktionen waren noch in der Diskussion. Das Fest kann als deutliches Zeichen für eine bunte Demokratie verstanden werden, es kann und darf aber nicht die einzige Aktion des Widerstands gegen Nazis in Würzburg sein! Nazis verschwinden nicht einfach, wenn wir sie ignorieren. Die NSU Morde und ihre schleppende Aufklärung sind ein deutliches Warnsignal: Wehret den Anfängen!

Die Demonstration der Nazis am 30. März hat gezeigt: Widerstand der Bürgerinnen und Bürger zahlt sich aus! Die Nazis konnten ihre Demo-Route nicht wie geplant ablaufen, ihre Kundgebung war nur unter massivem Widerstand möglich und wegen der lautstarken Gegendemonstranten kaum zu verstehen. Die Nazis konnten so ihre menschenverachtenden Parolen nicht verbreiten und die Würzburger Bevölkerung setzte ein starkes Zeichen dafür, dass sie Rechtsextremismus und Faschismus nicht toleriert. Wir rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger Würzburgs zum friedlichen Widerstand gegen die Nazis auf. 

Lasst uns am 1. Mai gemeinsam zeigen:
Keinen Fußbreit den Faschisten! Wir überlassen unsere Stadt nicht den Nazis!

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